Alfa Romeo

Autohersteller Alfa Romeo

Alfa Romeo ein Hersteller mit Geschichte

Der Juni 1910 gilt heute als offizielles Gründungsdatum von Alfa Romeo in Mailand. Die italienische Automobilschmiede war zu diesem Zeitpunkt eine Aktiengemeinschaft regional angesiedelter Geschäftsleute, welche die Mehrheit an der einst als französisches Zweitwerk angedachten Produktionsstätte des Unternehmers Alexandre Darracq übernahmen. Es entstand die Gesellschaft „Società Anonima Lombarda Fabbrica Automobili“, welches in der wörtlichen Übersetzung so viel bedeutet wie Aktiengesellschaft Lombardische Automobilfabrik und wodurch sich die Kurbezeichnung ALFA ergab.

Anspruch an Technik und motorsportlicher Entwicklung

Guiseppe Merosi war innerhalb des neu strukturierten Unternehmens verantwortlicher Konstrukteur und entwickelte noch im Gründungsjahr mit dem Modell 24 HP das erste Fahrzeug für den automobilen Markt. Das Fahrzeug verfügte über einen 4-Zylinder-Reihenmotor mit 4 Liter Hubraum und 42 PS und wurde aufgrund der ambitionierten Gesellschafter sofort im Motorsport bei der „Targa Florio“ eingesetzt. Im Jahr 1914 mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges setzte die Rüstungsproduktion ein und ALFA konnte kaum noch Kapital generieren. Rund ein Jahr später übernahm der Rüstungskonzern Accomandita N. Romeo & Co. unter der Leitung des Ingenieurs Niccola Romeo die Führung des Unternehmens, welches inzwischen die Aktienmehrheit an ein Bankenkonsortium verloren hatte.

Nicola Romeo stellte umgehend die Produktion auf Flugzeugmotoren und Munition um und erreichte damit während des Krieges gewaltigen Kapitalanstieg sowie erhebliches Unternehmenswachstum. Bereits im Jahr 1919, ein Jahr nach Kriegsende wurden in Mailand wieder exklusive und technisch anspruchsvolle Automobile produziert. Auch im Markennamen spiegelte sich der neue Eigentümer wieder und aus ALFA wurde Alfa Romeo. Im Werk setzte man weiterhin auf den Motorsport, der zur damaligen Zeit erheblichen Einfluss auf das Kaufverhalten der betuchten Kundschaft hatte. Mit dem 1921 erschienenen Alfa Romeo 20-30 ES Sport setzte man hier erste Akzente. Der Mittelklasse-Tourenwagen besaß einen 4-Zylinder-Reihenmotor, der die Hinterräder antrieb. Das Aggregat hatte 4 Liter Hubraum und leistete beachtliche 67 PS.

Der Durchbruch gelang Alfa Romeo ein Jahr später. Mit dem von Guiseppe Merosi konstruierten Alfa Romeo RL, der über einen 6-Zylinder-Reihenmotor und eine seitlich liegende Nockenwelle verfügte, konnte bei traditionellen Langstreckenrennen „Targa Florio“ im Jahr 1923 ein Doppelsieg errungen werden. Der RL Sport besaß 3 Liter Hubraum und 72 PS, in der Grundversion leistete der Motor rund 57 PS. Im Jahr 1926 erschien noch eine RL Super-Sport-Variante mit etwa 89 PS und 150 km/h Höchstgeschwindigkeit. Ein Jahr zuvor, 1925, wurde die erste Rennsportweltmeisterschaft für Automobile ausgetragen und Alfa Romeo konnte sich den ersten Weltmeistertitel sichern, welcher den Markennamen fortan international zur Legende werden ließ. Die Begeisterung um die technisch hoch versierten Fahrzeuge war besonders bei Experten und Automobilenthusiasten groß. So soll folgender Satz vom Erfinder der automobilen Großserienproduktion, Henry Ford, überliefert sein: „Immer wenn ich einen Alfa Romeo sehe, ziehe ich meinen Hut!“

Erfolg in wechselnden Zeiten

Trotz des sportlichen Erfolges konnte Alfa Romeo die breite Masse der Kundschaft nicht erreichen und im Zeichen der Weltwirtschaftskrise geriet das Unternehmen im Jahr 1926 in die Zahlungsunfähigkeit. Die Banca d’Italia unter der Verfügungsgewalt von Diktator Benito Mussolini übernahm nun die hauptsächlichen Bürgschaften und Nicola Romeo wurde 1928 regelrecht aus seinem Unternehmen gedrängt. Auch Konstrukteur Guiseppe Merosi und der Werksrennfahrer Enzo Ferrari verließen die Firma. Im Jahr 1933 erfolgte die endgültige Verstaatlichung des Automobilunternehmens und trotzdem gelang es, an der individuellen sowie technisch hochwertigen Entwicklung von leistungsfähigen Fahrzeugen festzuhalten.

Ein Beispiel hierfür ist das Modell 8C einer der ersten Supersportwagen seiner Zeit, welcher auch beim neu gegründeten Motorsportunternehmen „Scuderia Ferrari“ zum Einsatz kam. Mit der Straßenversion des 8C 2900 gelang es Alfa Romeo das schnellste Serienautomobil seiner Zeit zu bauen. Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg war für Alfa Romeo zunächst schwierig, da man als Automobilhersteller in Zeiten des wirtschaftlichen Wiederaufbaus teure Premiumkonstruktionen der Vorkriegszeit nicht realisieren konnte. So beschloss man die Serienproduktion von ästhetischen, sportlichen Mittelklassewagen für eine breite Käuferschicht. Im Jahr 1950 erschien zunächst der Alfa Romeo 1900, eine wunderschön gezeichnete Limousine, die auch als Coupé und Cabriolet erhältlich war. Ein neu entwickelter 4-Zylindermotor mit 2 Liter Hubraum und 80 bis 90 PS und eine spätere „ti“ (Tourismo Internationale) Version mit 100 bis 115 PS sorgten für sportliche Fahreigenschaften. Besonders der Motor mit den neu konzipierten oben liegenden Nockenwellen erwies sich als äußerst drehfreudig.

Alfa Romeo 1900 SS im Einsatz

In den folgenden Jahren festigte Alfa Romeo mit den Modellen Giulietta und Giulia, die auch in zahlreichen Rennserien erfolgreich zum Einsatz kamen, seinen Ruf als Fabrikant technisch ausgereifter Seriensportwagen für eine breite Kundschaft. Mit einem Alfa jener Zeit konnte individuelle Sportwagentechnik erworben werden, wie beispielsweise Scheibenbremsen vorn und hinten, 5-Gang-Getriebe, moderne Nockenwellen oder Mehrfach-Vergasertechnik waren konkurrenzlose Maßstäbe, die von anderen Herstellern erst viel später Berücksichtigung in der Serienproduktion fanden. 1966 erblickte der von Pininfarina gezeichnete Alfa Romeo Spider das Licht der automobilen Bühne und ist bis heute Inbegriff des sportlichen Cabriolets. Zeitlos und über zahlreiche Generationen und Facelifts wurde der Spider fast 30 Jahre produziert.

Alfa Romeo Giulia TI von 1966

 

Automobilkrise und Privatisierung

Der 1971 vorgestellte Kompaktklassewagen Alfasud markierte einen erheblichen Wendepunkt. Der Wagen brachte mit Frontantrieb und Transaxle-Bauweise zwar wegweisende technische Neuerungen, doch musste sich Alfa Romeo als Staatsbetrieb auch politischen Forderungen unterwerfen und so wurde in Süditalien ein eigenes Werk für die Alfasud-Produktion errichtet. Die hohen Herstellungskosten, die mangelhafte Verarbeitung, die weltweite Ölkrise und die Anfälligkeit gegen Korrosion, mit der alle Hersteller zu jener Zeit zu kämpfen hatten, stürzten Alfa Romeo in die roten Zahlen und in schwere Turbulenzen. Trotz dieser Schwierigkeiten engagierte sich Alfa Romeo auch wieder in der Formel 1. Zunächst nur als Motorenlieferant für die Teams Brabham oder auch March, dann von 1979 bis 1985 mit einem eigenen Team, doch gelang es nicht an die Erfolge früherer Zeiten anzuknüpfen.

Im Zuge der Privatisierung fiel das Unternehmen an den FIAT-Konzern, der kurz zuvor bereits den italienischen Autobauer Lancia übernommen hatte. Der 1985 auf den Markt gekommene Alfa Romeo 75 gilt deshalb bei vielen eingefleischten „Alfisti“ als letzter echter Alfa. Tatsächlich steckte im Alfa 75 aber bereits etliches Produktionsengagement von FIAT und der zwei Jahre später präsentierte Alfa 164, der recht erfolgreich am Markt werden sollte, war längst fertig geplant. Die endgültige Wende zu positiven Umsatzzahlen und einer soliden Positionierung im klassischen Fahrzeugsegment der sportlichen Mittelklasse gelang mit den Modellen 155, 156 und später 159. Im Tourenwagenrennsport konnte man mit den neuen Fahrzeugen etliche Erfolge erzielen. Das Modell 156 entsprach nicht nur wieder der markengeschichtlichen Designlinie, sondern zeigte sich auch als robust und zuverlässig.

Da FIAT das historische Image von Alfa erkannte, wurde die Marke nicht stiefmütterlich behandelt. Heute ist Alfa Romeo wieder ein Name, der faszinierendes Design mit sportlichen Attributen verbindet. Die Neuauflagen der Modelle Giulietta und Giulia und auch das neue SUV Stelvio sowie der Sportwagen 4C zeugen hiervon. Auch eine Rückkehr in die Königsklasse des Motorsports, der Formel 1, wird über das Sauber-Team im Jahr 2018 vermutlich Realität.

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